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1959 Mercedes-Benz 300 SL Roadster For Sale by Auction

DOROTHEUM Herbstauktion auf der Classic Expo Salzburg / Autumn Sale at Classic Expo Salzburg
Klassische Fahrzeuge / Classic cars
Samstag, Oktober 17, 2020 / Saturday, October 17, 2020
Messegelände Salzburg, Halle 1 / Salzburg exhibition center, hall 1

1959 Mercedes-Benz 300 SL Roadster

Wunderschöner Roadster mit seltenem Hardtop
Werkseitig nachgerüstet mit Alumotor
Atemberaubende Farbkombination
45 Jahre beim letzten Besitzer
Umfangreich dokumentiert

Mit Ende 1952 schien das Schicksal der 300 SL Rennwagen besiegelt und ihre Geschichte beendet, noch bevor sie so richtig begonnen hatte. Die überlebenden Renner dienten der Entwicklungsabteilung als Versuchskaninchen. Einer der zuvor zum Roadster umgebauten W194 musste dran glauben, wurde verschrottet, zwei bekamen ihr Dach mitsamt Flügeltüren zurück und tourten zur Promotion um die Welt. Blieb also nur noch ein offener 300 SL. Der bekam 1953 den neuen Einspritzmotor, die Entscheidung für die Serienproduktion des Coupés lag da schon in der Luft, und man unterzog diesen am Großglockner einem Höhen- und Härtetest. Mit Beginn der Serienproduktion des 300 SL schien auch er schließlich ausgedient zu haben.

Als der Flügeltürer zum Erfolg avancierte, wurden schnell Stimmen laut, die eine offene Version begehrten. Einer der lautesten war schon das Coupé zu verdanken und wieder klopfte Max Hoffman, der geschäftstriebige, österreichische New Yorker, in Untertürkheim an die Tür. Der Serien-300 SL war noch kein Jahr alt, da wurde die Rennabteilung um Rudolf Uhlenhaut gemeinsam mit Versuchsvorstand Fritz Nallinger mit der Entwicklung einer offenen Version betraut.

Man besann sich des eingemotteten, letzten verbliebenen offenen Rennwagens, dessen zweites Leben als Prototyp an dieser Stelle begann. Vom Rennwagen blieb freilich nicht viel mehr übrig als das Fahrgestell. Und selbst das wurde ordentlich verstümmelt. Schließlich sollte der Roadster richtige Türen haben, dementsprechend musste der Gitterrohrrahmen angepasst und verstärkt werden. Bis zum Sommer 1955 war auch das Äußere gezeichnet und Anfang November stand der fertige Prototyp vor dem Vorstand.

Ganz oben im Lastenheft fand sich eine neue Hinterachse. Die Zweigelenkpendelachse der 300 SL Coupés galt als berüchtigt, ja gefürchtet im Grenzbereich. Der war schmal, und brachen die Wagen aus, waren sie kaum noch einzufangen. Abhilfe schaffte eine neue Eingelenkshinterachse mit tieferem Drehpunkt und horizontaler Ausgleichsfeder über dem Differenzial. Die sorgte für mehr Komfort und ein Straffen des Fahrwerks beim Einfedern.

1956 durfte sich der Prototyp bei ausgiebigen Tests beweisen, meist auf den Pässen der Alpen, fern abseits der Öffentlichkeit. Trotz höherem Gewichts wusste er mit seinen Fahrleistungen zu überzeugen. Doch war aus dem Sportwagen 300 SL ein offener Tourensportwagen geworden. Für den Zielmarkt USA kam dies gar nicht ungelegen. Dort war es auch, wo ein erstes Foto von ihm erschien, „The Secret SLS“ am Stilfser Joch. Damit war die Entscheidung für die Serienproduktion gefallen und der Prototyp wurde Ende Oktober der Öffentlichkeit gezeigt.

Die Serienwagen sollten jedoch wieder 300 SL heißen, SLS blieb zwei offenen Leichtgewichten vorbehalten, quasi als Versuchsballon für die Renntauglichkeit. Der Versuch sollte gelingen, doch blieb es dabei auch. Auf dem Genfer Automobilsalon im März 1957 feierte der neue 300 SL Roadster seine glanzvolle Premiere. Noch im selben Frühjahr löste er das Coupé ab, dessen Produktion auslief.

Die Fußstapfen, die es zu füllen galt, waren groß, waren es doch jene einer Legende. Der 300 SL Roadster schrieb die Geschichte des Flügeltürers erfolgreich weiter. Bis Anfang 1963 entstanden 1.858 Roadster, die meisten davon wurden wieder über den großen Teich geschickt. In den sechs Jahren wurde der 300 SL konsequent weitergedacht. Ab 1958 sollte ein Hardtop den Roadster auf Wunsch winterfest machen, 1961 bekam er rundum Scheiben- anstelle von Trommelbremsen, 1962 dann einen Motorblock aus Aluminium.

Im März 1963 war dann Schluss mit der Herrlichkeit. Nachfolger gab es keinen, denn der 230 SL vermochte die Lücke nicht zu schließen. Selbst Designchef Bruno Sacco gestand zurückblickend ein, dass der W113 ein Schritt in die falsche, wenn auch erfolgreiche Richtung war. Einen Wagen wie den 300 SL sollte es nie mehr geben.

Dieser hinreißend schöne 300 SL Roadster trägt schon eine 1960er Fahrgestellnummer, wurde aber wohl bereits Ende 1959 ausgeliefert, denn im alten Pappdeckelbrief von 1968 ist als Erstzulassungsdatum der 3. Dezember 1959 vermerkt.

Das Werk in Untertürkheim verließ der Roadster in der Farbkombination, in der er heute noch vor uns steht: Lack in 158 weißgrau mit naturfarbenem Leder 1068. Außerdem wurde er mit jenem silbernen Hardtop ausgeliefert, das heute noch beim Wagen ist.

Über die Zeit vor 1968 ist nur bekannt, dass er anscheinend mit einem Zollkennzeichen bewegt wurde, dafür ist ab 11. April 1968 alles umfangreich dokumentiert. An diesem Tag wurde der Roadster auf den Physiker Wolfgang Feindor in Westberlin mit dem Kennzeichen B-TA 8 zugelassen. Aus dieser Zeit datieren erste Rechnungen, die zeigen, dass damals der originale Motor Probleme gemacht haben muss und deshalb am 10. April 1970 bei einem Kilometerstand von 56.742 im Zweigbetrieb Helmstadt der Mercedes-Niederlassung Braunschweig ein Austauschmotor eingebaut wurde. Dabei handelt es sich um einen Motor mit Aluminiumblock, wie er nur den Roadstern des letzten Jahrgangs vorbehalten war. Zu diesem Austausch-Aggregat existiert natürlich auch noch das originale Kundendienstheft und auch die Rechnungen zu den daran ausgeführten Kundendienste. Zig weitere Rechnungen zeigen außerdem, dass es sein Besitzer mit dem Wohlergehen des 300 SL sehr genau nahm.

Im Sommer 1973 trennten sich jedoch die Wege und der Roadster kam nach Schlüchtern zum Bekleidungsfabrikanten Dr. Fritz Georg Hartmann, der ihn am 29. Juni zuließ. Auch bei dem war der Mercedes bestens aufgehoben, wie wiederum zahlreiche Rechnungen belegen. Er ließ den mittlerweile fast 14 Jahre alten Roadster stets bei der Niederlassung Simon & Würfl warten und pflegen, nachdem er ihn zuvor schon bei Niederlassung in Fulda neu hatte lackieren lassen. Letztlich behielt er den 300 SL aber nur für ein knappes Jahr, denn schon dann verkaufte er ihn an jenen Eigentümer, bei dem der Roadster für die nächsten viereinhalb Jahrzehnte bleiben würde. Der noch existierende Kaufvertrag datiert vom 12. Juni 1974 und darin wird die Laufleistung mit ca. 98.000 festgehalten. Der Kaufpreis von 24.000 Deutschen Mark wurde in zwei Tranchen à 12.000 bezahlt.

Schon am 4. Juli 1974 wurde der 300 SL dann von seinem neuen stolzen Besitzer in Lindau am Bodensee zugelassen. Auch im südlichsten Eck Deutschlands fanden sich offizielle Mercedes- Niederlassungen, die sich weiterhin um den Sportwagen kümmerten. Sportlich meinte es seiner neuer Besitzer in der Tat, denn, wie ein Aufkleber am Hardtop zeigt, nahm er im Juni 1977 mit seinem Roadster am 10. ADAC/FMC Schauinsland-Bergrennen teil. Als Startnummer trug er die 134. Eine Rechnung vom April des Jahres zeigt, dass davor noch die Bremsen komplett überholt wurden, ein Jahr später war dann der Motor dran.

Über die Jahre verloren die Veranstaltungen, an denen sein Besitzer mit dem 300 SL teilnahm den sportlichen Charakter und gewannen dafür an Gemütlichkeit. Zwischenzeitlich ließ er den Roadster noch einmal im originalen Weißgrau lackieren. Das Interieur ist hingegen bis heute ganz original erhalten und das in wunderbar schönem Zustand. Zuletzt wurde erst vor zwei Jahren bei einer einschlägigen Adresse für diese Wagen noch das Getriebe überholt.

Vor uns steht heute ein schlichtweg herausragendes Exemplar dieser Jahrhundertsportwagen. Seine Historie ist so wunderbar dokumentiert wie sein Zustand erhalten ist. Die herrliche Authentizität, die er ausstrahlt, ist schlichtweg unvergleichlich. Das Hardtop und der Aluminiummotor sind dabei mehr als nur Draufgabe.

Der 300 SL ist ein Sportwagen, über den man nicht viele Worte verlieren muss. Die einen nennen ihn einen Mythos, die anderen eine Legende. All diese Namen trägt er zurecht, denn er ist einfach ein höchst faszinierendes Kunstwerk von einem Automobil.
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